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Absicherung

Risikolebensversicherung: Warum sie für Familien unverzichtbar ist

Von Lukas Bruhn8. Juni 20268 Min Lesezeit
Familienhände auf einem Tisch, symbolisch für finanzielle Absicherung

Stirbt der Hauptverdiener, läuft die Hypothek weiter. Die Kinder brauchen eine Perspektive. Das Gehalt fällt weg. Die gesetzliche Hinterbliebenenrente deckt in den meisten Fällen nicht einmal die laufenden Kreditraten.

87 Prozent der Deutschen haben keine Risikolebensversicherung. 73 Prozent dieser Gruppe halten es für unwahrscheinlich, dass sich das je ändert. Dahinter steckt selten Gleichgültigkeit — meist ein Informationsproblem.

Was ist eine Risikolebensversicherung?

Sie zahlt eine vereinbarte Summe an Ihre Hinterbliebenen aus, wenn Sie während der Vertragslaufzeit sterben. Kein Sparanteil, keine Rendite, keine Kapitalauszahlung am Laufzeitende — nur Todesfallschutz.

Diese Struktur macht sie zur günstigsten Form der Absicherung. Für junge, gesunde Menschen sind Monatsbeiträge unter 20 Euro für 200.000 Euro Versicherungssumme möglich.

Für wen ist sie unverzichtbar?

Nicht jeder braucht sie in gleicher Höhe. In diesen Situationen rate ich grundsätzlich dazu:

  • Immobilienkauf auf Kredit: Wer ein Darlehen über 300.000 oder 400.000 Euro aufnimmt und stirbt, hinterlässt dem Partner eine Schuld, die dieser allein oft nicht tragen kann. Eine Risikolebensversicherung über die Darlehenssumme löst dieses Problem vollständig.
  • Familien mit Kindern: Der Tod eines Elternteils gefährdet nicht nur den Lebensstandard, sondern auch Ausbildung, Wohnsituation und Zukunftschancen der Kinder. Eine Absicherung gibt dem überlebenden Elternteil Zeit und finanziellen Spielraum.
  • Alleinverdiener: Wer das einzige Einkommen der Familie verdient, trägt das volle Risiko. Fällt es weg, gibt es kein Netz.
  • Selbstständige: Kein Arbeitgeber springt ein. Besonders relevant bei Betriebsschulden oder Gesellschafterstellung in einer Personengesellschaft.
  • Alleinerziehende: Der Ausfall des einzigen erziehenden Elternteils hat für Kinder weitreichende Konsequenzen. Eine Absicherung sichert zumindest die finanzielle Seite.

Die Absicherungslücke in Deutschland

Ende 2024 gab es rund 7,31 Millionen Risikolebensversicherungspolicen in Deutschland — auf über 84 Millionen Menschen gerechnet verschwindend wenig. Nur 9,1 Prozent aller Lebensversicherungen sind Risikoversicherungen.

Die gesetzliche Witwen- und Halbwaisenrente beläuft sich auf 55 bzw. 20 Prozent der Rentenanwartschaft des Verstorbenen — und das nur unter bestimmten Bedingungen. Wer jung stirbt und wenig eingezahlt hat, hinterlässt fast nichts. Den Rest trägt die Familie.

Die häufigsten Einwände — und was dahintersteckt

„Ich bin jung und gesund, das brauche ich nicht." Gerade deshalb jetzt abschließen. Schwere Erkrankungen treffen auch Menschen unter vierzig. Und: Die Beiträge sind in jungen Jahren am niedrigsten — wer mit 25 abschließt, zahlt über die gesamte Laufzeit deutlich weniger als jemand, der mit 40 anfängt.

„Versicherungen sind zu teuer." Die Risikolebensversicherung ist die preiswerteste Form der Todesfallabsicherung — deutlich günstiger als jede Kapitallebens- oder gemischte Versicherung. Der Beitrag hängt von Alter, Gesundheit, Laufzeit und Versicherungssumme ab, ist aber gut kalkulierbar.

„Mein Arbeitgeber sorgt für mich." Das trifft in seltenen Ausnahmefällen zu. Die gesetzliche Witwen- und Waisenrente ist kein Einkommensersatz. Betriebliche Gruppenversicherungen decken, wenn überhaupt vorhanden, oft nur einen Bruchteil des tatsächlichen Bedarfs.

„Versicherungen zahlen sowieso nicht." Bei der Risikolebensversicherung ist der Leistungsfall eindeutig: Tod der versicherten Person während der Vertragslaufzeit. Voraussetzung ist ein ordnungsgemäß abgeschlossener Vertrag und vollständige Angaben zum Gesundheitszustand bei Abschluss.

Wie hoch sollte die Versicherungssumme sein?

Faustformel: das Drei- bis Fünffache des Bruttojahreseinkommens. Wer 60.000 Euro brutto verdient, sollte über 180.000 bis 300.000 Euro nachdenken. Wer ein Darlehen hat, rechnet die ausstehende Restschuld obendrauf.

Für Immobilienkäufer empfehle ich häufig eine annuitätisch fallende Versicherungssumme, die parallel zum Darlehen abnimmt. Günstiger als eine konstante Summe und deckt genau das ab, was gebraucht wird: die jeweilige Restschuld.

  • Faustformel allgemein: 3–5× Bruttojahreseinkommen
  • Bei Immobiliendarlehen: mindestens Restschuld + laufende Kosten für 24–36 Monate
  • Bei Familien mit Kindern: Absicherung, bis das jüngste Kind selbstständig ist (ca. 25 Jahre)

Beide Partner sollten abgesichert sein — auch wenn nur einer erwerbstätig ist. Der Tod des nicht erwerbstätigen Partners erzeugt erhebliche Folgekosten für Kinderbetreuung, Haushalt und Pflege.

Risikolebensversicherung oder Kapitallebensversicherung?

Die Kapitallebensversicherung kombiniert Todesfallschutz mit einem Sparvertrag — zahlt im Todesfall und am Laufzeitende. Die Rendite des Sparanteils ist gering, die Beiträge deutlich höher, die Flexibilität eingeschränkt.

Wer Todesfallschutz braucht, nimmt die Risikolebensversicherung. Wer Altersvorsorge betreiben will, tut das separat und effizienter. Schutz und Vorsorge zu trennen ist ein Grundprinzip solider Finanzplanung.

Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Heute. Aus zwei konkreten Gründen:

Erstens: Beiträge steigen mit dem Alter. Wer mit 30 abschließt, zahlt über zwanzig Jahre deutlich weniger als jemand, der mit 40 anfängt.

Zweitens: Gesundheitsfragen. Wer gesund ist, bekommt Standardkonditionen. Wer wartet und eine Vorerkrankung entwickelt, zahlt Risikozuschläge oder wird abgelehnt. Die Police, die Sie heute nicht abschließen, ist morgen unter Umständen nicht mehr erhältlich.

Was ich meinen Kunden sage

Wer eine Immobilie kauft oder eine Familie gründet, sollte die Risikolebensversicherung nicht als lästige Pflicht behandeln, sondern als ersten Schritt einer soliden Finanzplanung. Der Aufwand ist gering. Die Wirkung ist enorm.

Wenn Sie wissen möchten, welche Versicherungssumme in Ihrer Situation sinnvoll ist und wie sie sich in Ihre Finanzplanung einfügt, sprechen Sie mich an. Ein erstes Gespräch ist unverbindlich.

Quellen: GDV – Die deutsche Lebensversicherung in Zahlen 2025; dela / YouGov – Studie zur Risikoeinschätzung 2023; Finanztip – Risikolebensversicherung; VersicherungsJournal – Marktdaten 2024. Stand: Juni 2026.

LB

Lukas Bruhn

Versicherungsspezialist · VPO Finance GmbH

Spezialist für Hinterbliebenenabsicherung, die Absicherung der Arbeitskraft und Sachversicherungen. Erklärt komplexe Themen verständlich — ohne Fachchinesisch.

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